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TÜV-Bericht

By admin
Erstellt 30.05.2007 - 16:20

Hier werden Oldtimer unter die Lupe genommen...

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Spielablauf:

Gestatten, daß wir uns vorstellen. Wir sind TÜV-Mitarbeiter der Außenstellen Münster-Hiltrup und Zürich.Wir haben heute den Auftrag, eine Hauptuntersuchung an zwei Oldtimern durchzuführen. Die amtlichen Kennzeichen lauten:

D-MS-ERIKA-1942
CH-Z-JOSEF-1942

Es handelt sich hier, wie unschwer zu erkennen, ist um zwei Modelle der Extraklasse aus dem Jahr 1942. Als Einzelanfertigung geplant, wurden daraus in der Entwicklungsphase zwei grundverschiedene Modelle, die am 28.07.1942 vom Band gingen. Es handelt sich um folgende Modelle:

(Frau Stülpli und Frau Shirtli ziehen beiden die T-Shirts an)

Modell A: D-MS-Erika-1942:
Hubraum 1942 ccm
starke Bodenhaftung
sportliches Fahrwerk
bei normaler Fahrweise leicht zu führen, kann jedoch in Extremsituationen auch bockig reagieren

Modell B: CH-Z-JOSEF-1942:
tiefer-breiter-höher
Hubraum 1942 ccm
Verbrauch: wesentlich höher als Modell A
tiefer gelegtes sportliches Fahrwerk.

Diese Oldies kommen aus keiner Serienproduktion. Hergestellt wurden sie wahrscheinlich in Hiltrup und sind der Baureihe Sandmann zu zuordnen. Zuständig für Wartung, Inspektion und Betriebsstoffe war in den ersten 18Jahren die Werkstatt an der Meinenkampstr.5, die von den Entwicklern Matthias und Elisabeth Sandmann höchstpersönlich betrieben wurde. Verschiedene Probefahrten fanden bei beiden Modellen zunächst keine endgültigen Käufer. Während Modell A zum weiteren Verbleib in Hiltrup an der Meinenkampstr. vorgesehen war, sollte Modell B für militärische Zwecke mißbraucht werden. Für diesen Zweck war die Modellreihe nicht vorgesehen und wurde deshalb in die Schweiz exportiert, wo das Modell auch schnell in Alice einen Abnehmer fand. Auch Modell Erika fand in Siggi einen, über weite Strecken zufriedenen Halter.

Lange Rede, kurzer Sinn, wir beginnen nun mit der Hauptuntersuchung Zunächst müssen die Modelle aufgebockt werden.

(Herr und Frau Plätzli setzen die beiden etwas umständlich auf die Stühle.)

Es ist nicht zu übersehen, daß beide schon jahrelang unter härtesten Bedingungen getestet wurden. Die jeweiligen Fahrer haben die Oldies nie geschont und immer das letzte aus ihnen herausgeholt. Wenn wir uns die Modelle heute so ansehen ist der erste optische Eindruck, trotz einiger Kratzer, doch sehr positiv. Insgesamt vermitteln die Oldies Solidität und Zuverlässigkeit.

(Frau Streichli streicht beiden über den Kopf)

1) Rahmen: Am Rahmen sind wohl Materialermüdungen festzustellen, die sich jedoch in Grenzen halten.

2) Stoßdämpfer:
(Frau Rütli rüttelt beiden an den Oberschenkeln herum)
Die Stoßdämpfer sind stark abgenutzt. Deshalb ist ein Befahren holpriger Straßen nicht mehr immer erlaubt. Um die Gefährte sicher zu lenken, bedarf es, seitens der Fahrer ab und zu größerer Kraftanstrengungen, weil sie wegen der ausgeschlagenen Achsschenkelbolzen nicht immer in der Lage sind, die Spur zuhalten.

3) Motor:
(Frau Brummli kreist beiden über die Bäuche und hört den Herzschlag ab)
Na ja, der Motor läuft noch ganz regelmäßig auf allen Zylindern, keine Fehlzündung, keine Unregelmäßigkeiten, Töne normal, zur Zeit etwas laut pochend. Den Tiger im Tank brauchen beide Modelle nicht, aber sie können wahlweise mit Bier, Wein oder Weizenkorn aufgefüllt werden. Es handelt sich also bei beiden Oldies um sogenannte Allesschlucker. Der Verbauch liegt bei beiden etwas über der DIN-Norm, wobei beide erstaunlicher Weise im Ruhezustand mehr schlucken als im rollenden Verkehr.

4) Scheiben
(Frau Leuchtli leuchtet mit der Taschenlampe in die Augen)
Die Scheiben sind nicht mehr ganz klar, schon etwas trübe. Dieses Manko lässt sich aber mit Hilfe optischer Geräte leicht ausgleichen. Die zweiten Scheiben haben die Modelle bereits, dafür sind diese Putztücher sehr nützlich. (Brillenputztücher werden übergeben)

5) Auspuff:
(Herr und Frau Püffli leuchten beiden, nachdem diese aufgestanden sind, hinten an den „Auspuff“)
O.K. der Auspuff gibt kaum Anlass zur Beanstandung. Das Endstück ist zwar etwas rostig, aber der Einbau eines Katalysators erscheint nicht unbedingt notwendig.

6) Einspritzdüse:
(Fräulein.Azubi leuchtet bei beiden vorne)
Die Einspritzanlagen der Modelle sind unterschiedlich. Da die Modelle bisher einwandfrei gelaufen sind, gehen wir davon aus, das die Einspritzanlagen sich zwar nicht mehr auf dem Höhepunkt ihrer Leistungsfähigkeit befinden, jedoch den Anforderungen des täglichen Verkehrs gewachsen sind.

Prüfergebnis

Zusammenfassend kommen wir zu dem Ergebnis, dass es sich bei den Oldtimern um gutgepflegte Modelle handelt. Aufgrund ihres fortgeschrittenen Alters weisen sie wohl einige kleine Mängel auf, die jedoch nicht so gravierend sind, als das man ihnen eine weitere Teilnahme am Verkehr verweigern müsste. Wir freuen uns deshalb, liebe Oldies, euch die Betriebserlaubnis für weitere 5 Jahre aushändigen zu können.

(TÜV-Plaketten werden umgehängt)

Der nächste Vorführungstermin beim TÜV zur Hauptuntersuchung ist also der 28.07.2007, den jeder Oldtimer
selbstverständlich wahrzunehmen hat. Die heutige Untersuchung ist ausnahmsweise gebührenfrei.Der Prüfer und seine Mitarbeiter nehmen aber gerne nach getaner Arbeit an der heutigen Gemeinschaftsverspflegung teil.

Wir gratulieren herzlich zur erfolgreichen Abnahme und hoffen dass unsere Oldies noch recht lange laufen werden. Es verabschieden sich die Mitarbeiter vom TÜV.

Utensilien:

- Für jeden Protagonisten ein Text, damit der Einsatz passend kommt
- Das Geldgeschenk
- zwei Stühle
- ggf. Verkleidung und Werkzeug

Anmerkungen / Tipps:

Das Spiel eignet sich besonders gut mit mehreren Personen, die alle eine kleine Rolle spielen. Auch der Text kann aufgeteilt werden. Uraufgeführt wurde das Spiel zum 60. Geburtstag von Zwillingen in der Schweiz; daher auch die vielen "i"-s am Ende der Namen (s. auch Forumbeitrag 60. Geburtstag von Zwillingen(vielen Dank für die Bereitstellung, Karin!)). Das Spiel kann natürlich nach einigen Anpassungen auch für ein Hochzeitspaar oder für eine einzelne Person aufgeführt werden.

Die Vortragenden können sich gut mit Kitteln und Schirmmützen verkleiden. Ggf. noch etwas Werkzeug mitnehmen.

Das Geldgeschenk besteht aus zwei gegeneinander geklebte Bierdeckel, die beidseitig mit einer vergrösserten TÜV-Plakette beklebt wurden und rundherum mit gefalteten Euro-Scheinen verziert sind (s. Bild).

Für die beiden Geburtstagskinder wurden je ein T-Shirt mit Bildern aus deren Jugend sowie einem Nummernschildaufdruck gefertigt (s. Bild).


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