Rätsel über Rätsel

Ein Geschenkübergabespiel in reinster Edgar Wallace-Manier

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Spielablauf:


Aufstellung: Uwe Koslowski vor einem Notebook sitzend, einen Zimtstern in der Hand. Martha Koslowski schräg neben ihm sitzend, mit einem Buch von Benjamin Blümchen in der Hand. Davor liegt ein Bettlaken (am besten in schwarz), daneben stehen zwei Assistenten, die das Laken zum passenden Zeitpunkt hochziehen, so daß von den Koslowskis nichts zu sehen ist (s. Spielablauf). Davor (mit der Schulter schräg zum Publikum) Brigitte Kiebert sitzend, mit einer Schüssel Chips und einer Fernbedienung. Etwas Abseits, auf der Höhe des Vorhangs, eine Assistentin mit einem Werbungsschild.

Brigitte Kiebert (knipst mit der Fernbedienung in Richtung Uwe und Martha Koslowski)
"Ah, endlich Feierabend! Ich habe mich so auf den Krimi mit Uwe Koslowski gefreut!"

Sprecher:
Es ist Weihnachtszeit im Münsterland. Tiefgraue Wolken verdunkeln den Himmel. Strömender Regen prasselt auf die Straßen - wie jedes Jahr um diese Zeit.

Koslowski:
"Ist das ein Sauwetter!"

Sprecher:
Uwe Koslowski beißt schmatzend in einen selbstgebackenen Zimtstern, eine Spezialität seiner Frau Martha. Genießerisch pickt er einen Krümel von der Tastatur, der sich in Folge seines Heißhungers selbständig gemacht hat.

Koslowski:
"Einfach köstlich! Die kann man gar nicht besser machen. Wenigstens ein Gutes hat diese verregnete Jahreszeit."

Sprecher:
Koslowski schaltet seinen PC an.

Koslowski:
"Mal sehen, was es Neues gibt."

Sprecher:
Er startet das E-Mailprogramm. Der Rechner braucht fünf Minuten, um die Nachrichten abzuholen.

Koslowski:
"Puh, 232 E-Mails! Vielleicht sollte ich doch ein bißchen disziplinierter mit den kostenlosen Newslettern umgehen!"

Sprecher:
Schon schwebt sein Finger über der Löschen-Taste, als sich sein Blick verengt. Das ist neu! Woher wußten sie ...? Er öffnet die E-Mail und liest gespannt den Inhalt. Sofort ruft er die angegebene Internetseite auf und findet dort den ersten Hinweis auf eine grauenvolle Tat.

Koslowski:
"Das geht doch nicht! Unglaublich!"

Sprecher:
Zwar ist Koslowski nicht das, was man einen Spezialisten auf diesem Gebiet nennt, aber was er sieht, ist tatsächlich ein Ding abnormen und unnatürlichen Geschmacks. Keuchend beobachtet er die Geschehnisse am Bildschirm. Schweiß tropft von seiner Stirn.

Koslowski:
"Nein, nicht so viel! Martha! Martha, schau Dir das mal an!"

Sprecher:
Martha Koslowski, die gerade ein spannendes Buch über das Leben und Streben von Benjamin Blümchen sieht, blickt genervt in Richtung des panischen Schreis.

Martha:
"Mein Gott, was hat er denn jetzt wieder entdeckt?"

Sprecher:
Martha quält sich murrend aus der bequemen Position nach oben, geht zu ihrem Mann und schaut ihm über die Schulter. Als sie die Geschehnisse am Bildschirm sieht, bleiben ihr die Worte im Mund stecken.

Martha:
"Was gibt´s denn so beson....? Das geht doch nicht! Unglaublich!"

Koslowski:
"Genau das habe ich auch gesagt. Genau wie es in der E-Mail steht."

Martha:
"Welche E-Mail?"

Sprecher:
Koslowski wechselt zurück zum E-Mail-Programm und zeigt Martha die Nachricht.

Koslowski:
"Es sollte eine Überraschung werden, aber das hier?"

Sprecher:
Ratlos schaut er seine Frau an.

Martha:
"Das wolltest Du für mich tun? Oh ich liebe Dich!"

Sprecher:
Martha drückt ihrem Mann einen feuchten Kuß auf die Wange - das erste Mal seit zwei Wochen! Ihre Augen wandern wieder zum Bildschirm.

Martha:
"Aber Du hast recht. Was können wir tun? Wir müssen doch etwas tun, oder?"

Koslowski:
"Ich kann ja mal versuchen, mich reinzuhacken."

Sprecher:
Rechts unten am Bildschirm erblickt Martha ein Symbol.

Martha:
"Schau mal! Hier steht Hilfe, die wird ja wohl benötigt."

Sprecher:
Entschlossen klickt Koslowski mit der Maustaste auf das Hilfesymbol.

Die Leute vom Vorhang: Vorhang hoch

Sprecher:
Der Bildschirm wird dunkel und nach einigen farbenfrohen Animationen mit lustiger Musik erscheint das Emblem "Werbung". (Die Assistentin mit dem Werbungsschild tanzt aufreizend vorbei)

Brigitte Kiebert:
"Oh nein!"

Sprecher:
Brigitte Kiebert, die sich den ganzen Tag auf den Fernsehkrimi mit Uwe Koslowski gefreut hatte, stöhnt auf. Sie sitzt vor dem Fernseher und will gerade genußvoll in die Schüssel mit den Kartoffelchips greifen.

Brigitte Kiebert:
"Immer wenn es spannend wird, kommt Werbung! Na ja, dann kann ich mir auch etwas zu trinken holen."

Sprecher:
Sie steht auf und setzt den Fuß unaufmerksam auf das Lieblingsmatchboxauto ihres ältesten Sohnes Johannes. Das Unglück nimmt seinen Lauf. Während sie in hohem Bogen durch die Luft segelt, durchfahren sie mehrere Gedanken: Warum habe ich beim Aufräumen das Auto übersehen? Wer bin ich, und wenn ja, warum? Mit einem lauten Krachen knallt sie auf dem Laminatboden, Quadratmeter für 9,90 DM aus dem Baumarkt rechts um die Ecke. (Sprecher simuliert die Flugbahn des Matchboxautos) Fassungslos verfolgt sie die Flugbahn des kleinen Matchboxautos, das in einem akkuraten Winkel senkrecht in die Mattscheibe des dudelnden Fernehers eintritt.

Ein Knall - und der Bildschirm ist schwarz. (Die Leute vom Vorhang: Vorhang runter) Wieder durchzucken Brigitte Gedanken, diesmal von noch intensiverer Gestalt: (Brigitte Kiebert sitzt auf dem Boden und schaut bei jeder Frage mit einer neuen fragenden Geste ins Publikum. Die Koslowski ebenfalls) Was stand in dieser ominösen E-Mail? Womit wollte Koslowski seine Frau überraschen? Und was war das für einen merkwürdige Internetseite? Zum Teufel nochmal - sie hatte noch nie eine Internetseite mit einem Hilfesymbol gesehen!

Sprecher wendet sich dem Publikum zu
Auch wir werden uns diese Fragen - vielleicht unser ganzes Leben lang - stellen müssen. Denn als Brigitte Kiebert endlich einen neuen Fernseher hatte, war die Sendung natürlich schon längst vorüber. Und eine Wiederholung dieses Weihnachtsklassikers wurde leider auch nicht ausgestrahlt. Warum, ist ein weiteres Rätsel.

Rätsel über Rätsel! Udo, Du als Krimikenner und -liebhaber, Du, für den 1000 Seiten an einem Abend wie ein Tropfen auf den heißen Stein sind, Du wirst Gelegenheit haben, mit Deiner Assistentin Monika eine vielleicht ebenso rätselhafte Geschichte aufzuklären. Wir entführen Dich in die Eiffel, wo Du endlich Deiner wahren Berufung nachgehen kannst: Detektiv K. aus M., mit Assistenten M. aus M. - Kriminal Tango des Münsterlandes!

Übergabe des Gutscheins.
Anmerkungen / Tipps:
Verschenkt wurde ein Geschenkgutschein für ein Krimiwochenende in der Eiffel (www.blutspur.de).

Ach so, die Auflösung: Koslowski las eine E-Mail, in der auf prämierte Rezepte für Zimtsterne hingewiesen wurde. Als er das Rezept online las, kriegte er einen mächtigen Schreck: 10 Teelöffel Zitronensaft und 100 g Salz - das kann nur in die Hose gehen!

In der Download-Datei sind das Drehbuch, die Geschichte in Romanform und die Auflösung enthalten.

Utensilien:


Ein Notebook (von dem das Drehbuch auch abgelesen werden kann)
Eine Haushaltsschürze für Martha, ggf. mit Lockenwickler
Ein Zimtstern oder ähnliches
Ein Bettlaken als Vorhang
Ein Benjamin Blümchen-Buch
Ein Matchboxauto
Ein Werbungsschild (Din A 4 genügt)
Drei Stühle (für Koslowski, Martha und Brigitte Kiebert)

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